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Museum Lichtenberg Person des Monats Juli
Sergei Schilkin

(1915–2007)
Unternehmer, wohnte in Karlshorst und betrieb in Kaulsdorf eine Spirituosenfabrik

Sergei Apollonowitsch Schilkin wurde am 27. Dezember 1915 in Petrograd (Rußland) geboren. Er entstammte einer wohlhabenden russischen Unternehmerfamilie. Der Vater Apollon Fjodorowitsch Schilkin war u.a. Generaldirektor der Westrussischen Dampfschifffahrtsgesellschaft. In den späteren Jahren gründete er eine Spirituosenfabrik und brachte es bis zum Hoflieferanten des russischen Zaren. Im Jahr 1921 emigrierte die Familie und ließ sich in Berlin-Karlshorst nieder. Apollon Schilkin erwarb 1932 einen Gutshof in Berlin-Kaulsdorf. Dort gründete er, trotz der starken Konkurrenz in Deutschland, erneut eine Spirituosenfabrik. Dies war ein Metier, in dem er sich auskannte. Es war jener Betrieb, an dem Ort, an dem auch heute noch „Schilkin“-Produkte hergestellt werden.

Sergei Schilkin legte 1936 am Karlshorster „Immanuel-Kant-Gymnasium“ sein Abitur ab. Im Jahr 1938 begann er an der Technischen Hochschule Berlin ein Maschinenbaustudium. Nach dem Studienabschluss blieb er als Assistent an der Technischen Hochschule und wurde 1944 dort Leiter des Instituts für Schweißtechnik. Als im gleichen Jahr der Vater verstarb, musste sich Schilkin neben seiner akademischen Tätigkeit auch um die Weiterführung des Betriebes kümmern. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war ein vollkommener Neustart notwendig, denn die Fabrikationsanlagen waren zerstört. Gemeinsam mit seiner Frau Erna ging er daran dieses schwierige Unterfangen mit Erfolg umzusetzen. Wodka nach altem Familienrezept – ein wichtiges Standbein der Produktion – ging immer.

Belieferte Schilkin anfangs nur die Rote Armee, entwickelte er im Laufe der Jahre den väterlichen Betrieb zu einem der führenden Destellerie-Unternehmen in der DDR. Das Sortiment wurde erweitert und Marken wie „Serschin-Wodka“, „Timms Saurer“ und „Dry Gin“ von Schilkin wurden über die Landesgrenzen hinaus bekannt. 1958 wurde aus der Firma ein Betrieb mit staatlicher Beteiligung. Sergei Schilkin hatte nach wie vor das Sagen, war aber nur noch mit 15% an der eigenen Firma beteiligt. 1972 erfolgte dann die endgültige Verstaatlichung des Betriebes, er wurde unter dem Namen „Volkseigener Betrieb Schilkin“ weitergeführt. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1981 blieb Sergei Schilkin Betriebsdirektor.

Knapp 10 Jahre später, im März 1990, übernahm der inzwischen 75jährige Schilkin noch einmal die Leitung seines reprivatisierten Betriebes, der jetzt Schilkin GmbH & Co. KG hieß. 1992 übergab er die Geschäftsführung an seinen Schwiegersohn Peter Mier. Mit seinem Enkel Patrick Mier arbeitet inzwischen die vierte Generation in der Leitung des Unternehmens „Schilkin“.

Unter seinen Fachkollegen war Sergei Schilkin hoch anerkannt. Er war Ehrenpräsident des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie und –Importeure, sowie des Verbandes der mitteldeutschen Spirituosen-Industrie. Eine von ihm gegründete Stiftung unterstützt aktiv soziale und kulturelle Projekte in den Ortsteilen Biesdorf und Kaulsdorf. Ein ganz besonderes Anliegen war ihm aber immer auch die Förderung des Tierparks Berlin. In der DDR wurde Schilkin mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Bronze ausgezeichnet. Im wiedervereinigten Deutschland ehrte man ihn mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

1995 erschien unter dem Titel „Hoffe, solange du atmest“ seine Memoiren.

Sergei Schilkin starb am 18. Juli 2007 in Berlin.

Quellen:

Kerstin Decker: Sergei A. Schilkin (Geb. 1915) – Auf keinen Fall wollte er Betreiber einer Destille werden. Und wurde es. (Tagesspiegel, 21.09.2007)

Torsten Holler: Der mit dem Zaren tanzt (11.04.2014, Unternehmensportraits, www.unternehmeredition.de)

„Wer war wer in der DDR“: Sergei Schilkin

Wikipedia – die frei Enzyklopädie: Sergei Schilkin

(Stand 09.06.2017)

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03.07.2017